C  A  R  S  T  E  N    •    L  E  W  E  R  E  N  T  Z
BOZZETTO   PLASTIK   SKULPTUR   ORNAMENT   NEUE ARBEITEN   AUSSTELLUNGEN   VITA   KATALOG   "ATELIERFENSTER"

NEUE ARBEITEN

 


"RUHESTULP I und II", Textilbeton, 2015
__________________________________________________________________
"STULP IV", Textilbeton, 2015
           
_________________________________________________________________
"STULP III", Wachs für Bronze, 2015
_________________________________________________________________
"STULP II", Bronze, 2015
   
_________________________________________________________________
"STULP I", Bronze, 2015, Auflage 25
               
_________________________________________________________________
"HIFEL", Bronze, 2015
_________________________________________________________________
"LEER-GUT ZWEITEILIG", Bronze, 2015
__________________________________________________________________
"STUDIE IN ROT", Zirbelkiefer, 2015
_________________________________________________________________
"SELBST-VERGESSEN", Bronze, 2014 "CONTRA-PUNKT", Detail, Bronze

_____________________________________________________________________
   Grabmalgestaltung - Friedhof Marquartstein 2014
     
________________________________________________________________________________

  „BIOTOP DER VERGÄNGLICHKEIT“ - 2014

Idee für eine Naturinstallation zum vorgegebenen Thema:

  Vergänglichkeit, Kreislauf des Lebens, Erneuerung

  Weitere Vorgaben sind der Standort im Eichental und der vorhandene Eichenstamm vom Herrnberg.

Standort im Eichental

Der Eichenstamm ist in seiner jetzigen Form so schön und eigenwillig, dass für mich eine formverändernde Bearbeitung nicht in Frage kommt. Der Stamm spricht für sich: Mit seinem von Fäulnis bereits ausgehöhlten unteren Bereich ist er selbst ein imposantes Denkmal von Vergänglichkeit und Erneuerung.
 
Am Standort im Eichental soll sichtbar werden, wie der mächtige Baum wieder zu Erde wird und in diesem Wandel zugleich neues Leben ermöglicht. Dazu soll das obere Ende des liegenden Stammes teilweise eingegraben werden. So wird eine Schrägstellung erreicht, die das Eindringen von Wasser und organischen Stoffen in die Höhlung des Stammes begünstigt. Dies treibt die bereits begonnene Zersetzung des Holzes voran; neues Leben wird sich ansiedeln – Pflanzen, Insekten und Mikroorganismen. Mit der beeindruckenden toten Eiche liegt so ein natürlicher und allseits bekannter, aber doch meist unbeobachteter Prozess im Kreislauf des Lebens vor unseren Augen.
Wie fügt sich das, was wir Menschen produzieren, in den natürlichen Kreislauf von Werden und Vergehen ein? Wozu werden die „Jahresringe“ der menschlichen Existenz, wenn wir sie der Natur überlassen? Diesen Fragen möchte das zweite Element der Installation nachgehen: Hinter der liegenden Baumplastik soll eine Wand aus Gabionen als „Jahresringsegment“ errichtet werden, die mit dem „Kompost“ (Hausrat) des menschlichen Lebens gefüllt wird. So entsteht eine Bilderwand, die gleich dem Eichenstamm der Natur zurückgegeben und ihr überlassen wird. Der „Kompost“, mit dem die Gabionenwand gefüllt wird, könnte dabei in verschiedene Bereiche gegliedert sein – beispielsweise in die Bereiche Nahrung, Wohnen, Bildung und Kommunikation, Mobilität und Reisen.
Auch diese Hinterlassenschaften des Menschen werden dann von Insekten, Kleintieren und Mikroorganismen besiedelt werden. Die zunächst tote Mauer wird sich so auf vielfältige Weise beleben und zersetzen. Zur Eiche in Beziehung gesetzt, soll sie den Betrachtern eine neue Sicht auf Leben und Sterben ermöglichen. Der Prozess, der in diesem „BIOTOP DER VERGÄNGLICHKEIT“ in Gang gesetzt würde, könnte mit dem Fachwissen von Biologen, Geologen oder Philosophen inhaltlich und beratend begleitet werden, zum Beispiel durch Texte oder in Führungen.

              

Ansicht                                                            Grundriss

 

Nachdem mein Entwurf vom Juni 2014 die Zustimmung von der Leader Aktionsgruppe "Chiemgauer Seenplatte" und der Gemeinde Prien fand und ich im August den Auftrag dazu bekam, konnte nach vielen Wochen der Vorbereitung zusammen mit dem Markt Prien  am Chiemsee diese Arbeit am 15. Oktober fertig gestellt, und am 30.10.2014 enthüllt werden. Nachfolgende Fotos dokumentieren die Entstehung dieser Arbeit. 
 
        

Zunächst musste ein Baum verpflanzt werden, bevor die Baggerarbeiten für die Fundamentierung beginnen konnten. Ein altes Streifenfundament unter der Erde war die erste Überraschung, die der Baufirma in die Quere kam. Wir beschlossen den Beton auch aus Kostengründen zu erhalten, und so gründet das Biotop der Vergänglichkeit bereits im Fundament zum Teil auf einer alten Hinterlassenschaft vergangener Zeit.

 

        

In den Tagen bis zum Transport des Eichenstammes vom Herrenberg ins Eichental mussten alle Elektrogeräte von schadstoffhaltigen Bauteilen befreit werden. Ein Glücksfall war das Geschenk dieser Geräte - ein tragbarer Fernseher der Firma Körting Radio Werke Grassau und ein historischer Rundfunkempfänger.

 

   
   
   

Die Ankunft und Platzierung der 6 Tonnen schweren Eiche wurde in aller Früh mit Spannung erwartet und fand auch gleich die ersten interessierten Beobachter - jetzt konnte ich mit dem Bau der Gabionenwand beginnen. Schon während der Bauzeit gab es viele Fragen, Proteste, nachdenkliches Betrachten, und anregende Gespräche mit Anwohnern, Spaziergängern und Kurgästen.

 

    

  

 

 

   

Die Enthüllung des "Biotop der Vergänglichkeit" fand am 30.10.2014 mit Priens erstem Bürgermeister Jürgen Seifert,  Kulturfördervereinsvorsitzendem Dr. Friedrich von Daumiller, einer Abordnung der Priener Tourismus GmbH, Herrn Fischer vom Bauamt, und etlichen Gästen und Freunden statt.

Das Rosenheimer Regionalfernsehen war bei der Enthüllung dabei, und der entstandene Bericht kann unter folgendem Link gesehen werden:

www.rfo.de/mediathek/39459/Biotop_der_Verg_auml_nglichkeit_in_Prien.html 

Folgende Fotos möchten wie ein kleiner Rundgang dazu einladen das "Biotop der Vergänglichkeit" im Eichental Prien selbst zu besuchen - mit eigenen Augen sehen, Fragen stellen, protestieren, trauern, darüber reden, nachsinnen, und die Vergänglichkeit zulassen, in der neues Leben Raum finden wird.

 

     

 

   

 

     

 

   

 

             

 

     

 

 

 

  

 

   

 

    

   

       

 

  

In den ersten Tagen nach der Enthüllung haben als erstes die Stofftiere angefangen in der Wand herumzulaufen, und inzwischen sind sie ausgewandert - eine schöne Wiederholung von  der Geschichte "Der Teddy und die Tiere" von Michael Ende, oder "Mein roter Bär" von Reinhard Mey ....

 

    

...es haben sich aber auch Dinge neu eingefunden, wie dieser Feuerlöscher ...

 

    

... und das Moos startet zusammen mit der ersten Spinne zarte Versuche vom Eichenstamm auf die Gabionenwand überzusiedeln ...

Darüber hinaus wird ab jetzt jeder seine eigenen Beobachtungen machen können... 

 

  

 

... auch an anderen Orten mit Biotopen der Vergänglichkeit

 

  

Radolfzell ( Foto A. L.)                                              Eichental, Prien

 

_______________________________________________________________________________________
"ENTHÜLLUNG" - Textilbeton - 2013

 

_________________________________________________________________________
"KOSMETIK-TUCH II" - Textilbeton - 2013

 

________________________________________________________________________________
 

Im Sommer 2013 habe ich Textilbeton als neuen Werkstoff für meine Plastiken entdeckt und erste Versuche damit gemacht

 

 

"ÜBER-FLUSS I" - Textilbeton

 

________________________________________________________________________________
"LEERSTÜCK II" - Bronze - 2013

 

 

________________________________________________________________________________
"ETUI-ETÜDE IX" - Bronze - 2013 "ETUI-ETÜDE XIII" - Bronze - 2013

 

 

________________________________________________________________________________
ANFAHRT      © Carsten Lewerentz      IMPRESSUM